Freitag, 31. Juli 2015

Interview mit Sarah Reitz

Liebe Sarah Reitz,

ich freu mich sehr, dir heute einige Fragen zu stellen und denke auch meine Leser sind schon sehr gespannt.
Auf deiner Homepage bezeichnest du dich selbst unter anderem als „Schreibverrückt, Facebook-Dauergast und Serienjunkie“…


1.Erzähl uns doch zu Beginn bitte mehr von dir und deiner Persönlichkeit ☺

sabine

Boa! Wie gemein, ich finde das immer super schwierige sich selbst zu beschreiben, aber ich versuche es einfach mal. Ich bin 34 Jahre alt, habe eine zehnjährige Tochter und bin verheiratet. Träumen ist eines meiner liebsten Hobbys, was zur Folge hat, dass ich oft den Kontakt zur echten Welt verliere. Manchmal starre ich einfach so vor mich hin und reagiere noch nicht mal auf Ansprache. Außerdem bin ich schrecklich chaotisch und vergesslich und versuche dem mit unzähligen To Do - Listen und Handy - Erinnerungen entgegenzuwirken. Funktioniert nur in den seltensten Fällen. Ich bin also ein „Auf den letzten Drücker“ - Macher, aber wirklich den allerletzten.
Ich liebe gute Geschichten, bevorzugt natürlich Liebesgeschichten, aber ich mag auch ausladende Fantasyromane. Wie eine Geschiche transportiert wird ist mir meist nicht wichtig. Das kann ein Film sein, ein Buch oder ein Musikstück. Es braucht nicht viel, um mein Herz zu berühren. Gestern las ich den Satz: „Ein Mann trägt zwei verschiedenen Paar Socken, wenn er Morgens seine Frau nicht wecken wollte und sich im dunklen Schlafzimmer angezogen hat.“ Toll oder! Ich könnte jetzt schon wieder seufzen.
Nun ja, gute Geschichten beflügeln mich und sind wie Brandbeschleuniger für meine Träume. Und damit meine Berufung als Profiträumerin auch einen Sinn hat, habe ich mit dem Schreiben begonnen.





2. Wie kam es dazu, dass du zu schreiben anfingst?  Hattest du eine bestimmte Person die dich ermutigt hat dein Vorhaben in die Tat umzusetzen? Und woher kam die Idee für dein erstes Buch?

Angefangen habe ich als Teenager mit Fanfictions. Die Bravo hat damals einen Wettbewerb veranstaltet bei dem man Geschichten über Beverly Hills, 90210 einreichen konnte. Ich habe damals über Donna und David geschrieben, aber leider nicht gewonnen. Dafür hat mein Deutschlehrer die Geschichte gelesen, aber ich erzähle besser nicht, was er gesagt hat. Entmutigt hat mich das trotzdem nicht und hab einfach weiter gemacht. Besonders gerne habe damals über John D. Cort geschrieben, eine Figur aus der Serie Baywatch (Ich war schon immer ein Serienjunkie).

Richtig los ging es dann aber erst 2011, als ich über meine Lieblingsserie NCISLA die Schmuddelholica kennenlernte. Wir waren eine Gruppe Mädels, die wahnsinnig gern erotische Geschichten gelesen und geschrieben haben. Diese Zeit hat mir unglaublich Spaß gemacht und ich habe viel gelernt, denn ich habe nicht mehr nur so vor mich hingeschrieben, sondern andere haben es auch gelesen. Und kritisiert! Da war die Meinung meines Deutschlehrers nichts dagegen. Also habe ich angefangen, mich mit dem Schreiben als Handwerk richtig zu befassen und entwickelte einen richtigen Ehrgeiz dabei.


3. Romantik ist dein Hauptgenre, wie kam es dazu? Was ist für dich das besondere daran?

Ich bin sehr romantisch veranlagt und glaube auch an die große Liebe. Verliebt sein ist einfach ein tolles Gefühl und noch besonderer ist es, wenn dieses eine spezielle Gefühl da ist, dass man nicht wirklich erklären kann. Durch meine Geschichten (und auch durch das Lesen anderer Bücher) kann ich diese Phase vom „sich verlieben“ bis zur „großen Liebe“ immer wieder erleben. Das ist absolut großartig, denn ich muss meinen Mann dafür nicht ständig verlassen, um mich neu „zu verlieben“.


4. Wo schreibst du am liebsten an deinen Büchern. Gibt es den einen Ort wo die Inspirationen von alleine kommen?

Ich bin da recht einfach gestrickt. In der Regel arbeite ich an meinem Schreibtisch, der im Schlafzimmer steht. Manchmal setzte ich mich aber auch in die Küche oder hocke mit dem Laptop im Bett. Inspirationen kommen und gehen überall, das kann ich gar nicht richtig beeinflussen. Manchmal sind es die seltsamsten Situationen in denen mir die Lösung für eine Szene einfällt oder eine komplett neue Idee auf mich einströmt.


5. Unter meinen Lesern gibt es bestimmt auch den ein oder anderen, der selbst schon mal zumindest angefangen hat etwas zu schreiben und irgendwann an eine Stelle kam wo er nicht mehr weiter wusste. Hattest du jemals einen solchen Moment? Wenn ja, wie gingst du damit um bzw. hast du für unsere Leser einen Tipp, wie man wieder die Schreibfeder schwingen lassen kann?

Natürlich! Das hat jeder Mal, besonders schlimm sind die Selbstzweifel von denen ich ständig und immer wieder geplagt werde, sogar dann nicht wenn ein Buch bereits erschienen ist und gute Rückmeldungen da sind. Ein Patentrezept dagegen gibt es vielleicht gar nicht, dass muss jeder für sich selbst herausfinden, aber man kann sich mit Tricks und Kniffen selbst überlisten und sich zum Weiterschreiben zwingen (Write or Die, Pomodoro, NaNoWriMo). Gegen die Blockade, die Zweifel und die Ideenlosigkeit einfach schreiben, egal was, kann auch totaler Kuhmist sein aber dadurch kommen die Gedanken wieder in den Fluss und plötzlich ist man wieder voll da. Den Kuhmist kann später ja wieder löschen und niemand wird davon erfahren.


6.Ist das Schreiben zur Zeit dein Hauptberuf, wenn nein was machst du sonst noch?

Inzwischen schreibe ich nur noch, aber ich lebe nicht allein von meinen Büchern. Ich schreibe für sozialpädagogische Einrichtungen Konzepte, Berichte, Artikel etc.


7. Als berufstätige Mama und Ehefrau  bräuchte der Tag doch bestimmt manchmal auch mal 48 Stunden. Ist es leicht, dies alles miteinander zu kombinieren. Und  woher nimmst du dir die Zeit und Ruhe um dich um deine Bücher zu kümmern?

Eigentlich empfinde ich es nicht als schwer, besonders weil ich arbeiten kann, wann ich will. Als ich noch angestellt war und studiert habe, also einen festen Tagesrhythmus hatte, war das manchmal ein richtiger Kampf alles unter einen Hut zu bringen. Jetzt ist unser Familienleben einfach nur sehr angenehm und entspannt.


8. Wenn dich einer fragt, welches dein absolutes Lieblingsbuch von dir selbst ist, welches wäre das?

Die Highaland-Saga von Diana Gabaldon! Ohne Wenn und Aber! Ich liebe Jamie einfach, er ist der Inbegriff vom perfekten Mann und Claire ist nicht das naive schwache Weibchen. Die ganzen Bücher sind voll mit großartigen Charakteren und die Ausmaße, die diese Geschichte angenommen hat ist einfach unglaublich.
Oh! Ok, von mir selbst… sry, die Hitze…
Ich glaub das weiß ich gar nicht so genau. Mit den eigenen Geschichten durchlebt man immer gewisse Phasen. Das ist wie in einer Beziehung. Man verliebt sich, ist Feuer und Flamme, will am liebsten Tag und Nacht miteinander verbringen. Dann geht man sich irgendwann auf die Nerven, aber man zieht es durch, weil man liebt sich ja… und so weiter, und so weiter. Am Ende kommt ein Punkt, da trennt man sich im Guten. Das tut weh, aber man weiß es ist richtig und behält die Zeit in guter Erinnerung. Jedes meiner Bücher hat eine andere Bedeutung für mich und ich verbinde andere Erinnerungen damit. Es gibt keines, dass ich lieber habe, als das andere. Wenn man mich aber fragen würde, welches Buch man von mir zuerst lesen sollte, dann würde ich Echtzeit oder Befreit vorschlagen.


9. Zwei deiner Bücher drehen sich unter anderem um Rockstars, bzw. die Liebe zu einem Rockstar. Wie kamst du auf die Idee Bücher über Liebesgeschichten mit Rockstars zu schreiben, was fasziniert dich besonders an einem solchen Protagonisten.

Ich habe eine kleine Affinität zu Musikern. Drücke einen Mann eine Gitarre in die Hand und er weckt mein Interesse. Ich kann da nichts für! Selber spiele ich kein Instrument und bin auch ganz offiziell eine untalentierte Musikerin. Vielleicht bewundere ich diese Menschen deshalb so, weil sie etwas können, das ich auch gerne können würde.
Hinzu kommt, dass Musiker Künstler sind und damit häufig sehr sensible Seelen, die sehr tiefgründig und geheimnisvoll sein können. Und das alles ohne verweichlicht zu wirken. Rocker sind rebellisch und können Dinge sagen und tun, die man sich als Normalo vielleicht nicht traut. Sie können dreckig fluchen und dir gleich darauf sagen, wie sehr sie dich lieben und dabei sind sie so herrlich echt und menschlich. (Ok, bis auf die angehobenen Exemplare, aber auch die haben irgendwie ihren Reiz)


10. Bei deiner Agents: Operation Love Reihe ist mittlerweile Teil 3 rund um Grace und John in Arbeit. Wird dies der letzte Teil sein? Und magst du uns vielleicht schon etwas davon verraten?

Das ist echt eine schwierige Frage, denn dieses Thema beschäftig mich zur Zeit sehr. Zum einen sind Grace und John etwas sehr besonders für mich. Es passiert immer wieder, dass ich morgens aufwache und von ihnen geträumt habe obwohl ich gerade an einem ganz anderen Projekt arbeite. Ich habe noch einige konkrete Ideen für die Beiden und auch noch Rohfassungen (und „roh“ heißt hier wirklich roh) zu Romanen über Ben und Russell aber mein innerer Kritiker ist sehr laut.
Für die Geschichten, die geplant sind wünsche ich mir viel Spannung, Action und einen ausgeklügelten Thrillerplot. In dem Bereich möchte ich mich erst noch etwas verbessern und an mir arbeiten, deshalb werden in diesem Jahr keine weiteren Bücher der Reihe erscheinen, aber im nächsten Jahr bestimmt. 2015 werde ich mich auf meine Rockstars konzentrieren und zuerst im August zwei weitere Teile der „in love with a rockstar“ Reihe veröffentlichen. Außerdem steht das #scrucie Projekt an, eine New Adult - Romanreihe, an der ich zusammen mit Drucie Anne Taylor arbeite. Im Herbst soll es bereits soweit sein.



Und nun zum Abschluss noch ein paar kurze Vorlieben:

Schokolade oder Chips? - Geht auch beides?

Taschenbuch oder Hardcover? - Taschenbuch

Was liest du zur Zeit? - Gabriel von Inka Loreen Minden, Jane Eyre von Charlotte Brontë und Das Herz des Ritters von Lara Adrian

Lieblingsort auf der Welt? - mein zu Hause und Berlin

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter? - der Wechsel der Jahreszeiten

Lieblingsfarbe? - Lila

Lieblingsessen? - frisch belegte Sandwiches

High Heels oder Chucks? - Chucks

Tee oder Kaffee? - beides, aber mehr Kaffee



Hast du für meine Leser zum Abschluss unseres Interviews noch ein absolutes Lieblingszitat, was du ihnen mit auf den Weg geben möchtest?

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“
Dieses Zitat von Kant begleitet mich schon sehr lange. Es gab eine Zeit, in der ich immer versucht habe einer Norm zu entsprechen und dabei war ich alles andere als glücklich. Dieses Zitat bedeutetet für mich, dass man auf seine Fähigkeiten vertrauen soll, auf seine eigenen Wünsche und Träume und auf seine eigenen Gefühle. Wenn man das beherzigt, was unfassbar schwer ist, dann kann man am Ende seines Lebens glücklich sterben.


Vielen lieben Dank, dass ich dieses Interview mit dir, liebe Sarah Reitz, führen durfte und du dir die Zeit dafür genommen hast.


Viel Erfolg weiterhin beim Schreiben und ich hoffe, wir werden noch viele weitere tolle Geschichten von dir zu lesen bekommen.

Ihr seid neugierig geworden und wollt noch mehr rund um Sarah und ihre Bücher erfahren, dann schaut doch mal auf ihrer Homepage vorbei:


Ihre Bücher:

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