Samstag, 11. Juni 2016

Textschnipsel 2 - Strandperle von Bärbel Muschiol

Textschnipsel 3 - Na, so langsam neugierig?


Textschnipsel 3:



Oh mein Gott ...
In meinem ganzen Leben war ich noch nie so scharf darauf, geküsst zu werden, wie in diesem Augenblick. Jeder meiner Sinne ist auf den Mann vor mir gerichtet. Meine Lippen prickeln erwartungsvoll, während er mich mit seinem Blick gefangen hält, sehnsüchtig komme ich ihm entgegen und schließe erwartungsvoll meine Augen.
Doch anstatt seine heißen Lippen auf den meinen zu spüren, werde ich von einer gigantischen Welle überrascht. 
Kühles Salzwasser umspielt meine Beine, schwappt nach oben, reicht mir bis an den Bauch.
Erschrocken zucke ich zurück und stoße einen leisen Schrei aus. 
Und so schnell die Welle gekommen ist, zieht sie sich auch schon wieder zurück ins Meer. Pitschnass klebt der Stoff meines Kleids an meinem Körper. Lachend sehe ich zu Taylor, dessen beigefarbene kurze Stoffhose ebenfalls komplett durchnässt ist.
Dank der heißen Sonne Floridas ist es zwar nicht kalt, dennoch ist es unangenehm, dass der weiche Baumwollstoff an meiner Haut klebt. Tausende von winzigen Sandkörnern kleben plötzlich an meinen Beinen und an dem nassen Stoff meines Sommerkleids. 
Er schüttelt ungläubig seinen Kopf, während sich seine Mundwinkel leicht nach oben ziehen. 
„Also so langsam glaube ich, dass das ganze Universum gegen unseren Kuss arbeitet.“
„Tja, der Ozean ganz bestimmt.“
Ich stehe auf, stütze mich an seiner Schulter ab und versuche etwas von dem Sand loszuwerden, doch die Mühe ist vergebens.
Taylor beobachtet mich belustigt. 
„Also ich wüsste da eine ganz effektive und schnelle Methode, wie du den Sand schnell wieder loswirst.“
Im Nachhinein betrachtet, hätte ich mir ja eigentlich denken können, was er vorhat, doch irgendwie habe ich es nicht getan. 
„Echt, welche?“
Taylor steht ebenfalls auf.
„Warte kurz, ich zeige sie dir ...“
Und noch bevor ich realisiert habe, was er vorhat, beugt er sich zu mir hinab, schlingt seinen Arm um meine Taille und wirft mich wie einen Kartoffelsack über seine Schulter. 
In der Sekunde, in der ich seine Absichten durchschaut habe, trommle ich ihm wie wild auf den Rücken, doch Taylor marschiert unbeirrt immer tiefer in die Wellen. Lachend verpasse ich seinem knackigen Hintern einen heftigen Schlag – für den er sich prompt revanchiert.
Autsch ...
Hilflos werfe ich einen letzten Blick auf meine am Strand zurückgebliebene Handtasche, ehe er ins Wasser sinkt und mich mit sich nimmt. 
„Oh verflucht, wie konntest du das nur tun?“
Langsam zieht er mich von seiner Schulter runter, sodass ich ihm regelrecht auf dem Schoß sitze.
Warum erlaube ich diesem fremden Kerl das alles noch mal? 
Die rasante Entwicklung zwischen ihm und mir macht mir irgendwie Angst, und dennoch kann ich einfach nicht anders, als mit meinen Fingern über seine muskulöse Schulter zu streichen.
„Du hast mich gebeten, dir bei dem Sand zu helfen, und ganz genau das habe ich getan.“
„Na, dann danke ich dir sehr ...“
„Das will ich doch auch hoffen!“
Verspielt schwappen kleine Wellen über unsere Haut.
„Ich glaube, ich war noch nie komplett angezogen schwimmen.“
„Na ja, Süße, genau genommen schwimmen wir ja auch gar nicht.“
Taylor sieht mir tief in die Augen, während sich seine Hände auf meine Taille legen. Sein Daumen streift verboten zärtlich über meine Hüftknochen.
Erneut treffen sich unsere Blicke, mein Herz stolpert wie verrückt durch meine Brust und mein Verstand verabschiedet sich flüsternd – mieser Verräter!
Plötzlich sind alle Worte überflüssig, alles, was in diesem Augenblick für mich zählt, ist der Mann, auf dessen Oberschenkeln ich sitze und dessen Blick mich regelrecht verschlingt. 
„Hör mir zu, Baby, ich werde dich jetzt küssen.“
Rau und kehlig streift seine dunkle Stimme über meine glühenden Nerven. 
Shit! Wenn wir uns nicht mitten im Ozean befinden würden, würden meine Nerven jetzt Feuer fangen.

P.S.: Für das Gewinnspiel müsst ihr die Schnipsel gut lesen :)

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