Donnerstag, 21. Juli 2016

Buchtipps von Louisa Beele


Heute möchte ich euch ein paar tolle Stories einer super tollen Autorin vorstellen, von der ihr ein Set im 4.Gewinnspiel gewinnen könnt - es geht um die liebe Louisa Beele <3




Hin und ... weg von dir (Forrest Plaza Reihe 1) von [Beele, Louisa]

Zum Inhalt:

Als der unbekannte und äußerst attraktive Noah Bradley sich erdreistet, Elli ungefragt zu küssen, geht das Temperament mit ihr durch, was sie wenig später bereut. Zwar war die Ohrfeige mehr als verdient, aber wer hätte denn ahnen können, dass es sich bei dem Mann ausgerechnet um ihren derzeitigen Auftraggeber handelt? Um ihren Job zu retten, setzt sie zu einer Entschuldigung an, doch kaum ist das erste Wort über ihre Lippen gekommen, haben sich seine erneut darauf niedergelassen. Leider scheint deshalb ihr Verstand kurzzeitig außer Betrieb zu sein. Denn anders ist es nicht zu erklären, dass sie sich auf ein ungewöhnliches, wenn auch sehr prickelndes und unkonventionelles Arrangement mit ihm einlässt. Doch wie lange kann das gut gehen, wenn man von dem Mann, der keinesfalls Gefühle zulassen will, zunehmend fasziniert ist? Und schlägt dann auch noch das Schicksal zu, sodass ihrer beider Leben von Grund auf erschüttert wird, scheint jedes Happy End aussichtslos. 

Der erste und in sich abgeschlossene Teil der Forrest Plaza Reihe. 
Die Teile können auch einzeln gelesen werden. 
Außerdem erschienen: Nah und ... doch so fern 
Liebe und ... was sonst noch zählt



Nah und ... doch so fern (Forrest Plaza Reihe 2) von [Beele, Louisa]

Zum Inhalt:

So lange sie denken kann, hat Lexy im Sinne ihrer Familie gehandelt. 
Doch als sie nun auch noch deren Wunschkandidaten heiraten soll, reicht es ihr und sie rennt davon. 
Weit weg von zu Hause beginnt sie ein neues und selbstbestimmtes Leben, 
mit dem Plan, erst zurückzukehren, wenn sich daheim die Wogen geglättet haben. 
Aber eines Tages wird ihr die Entscheidung heimzukehren aus der Hand genommen, 
denn ein völlig unausstehlicher Fremder verschleppt sie kurzerhand mit unbekanntem Ziel in seinem Auto. 
Wäre er nur nicht so unglaublich attraktiv und Lexy nicht vollkommen abhängig von ihm, 
bräuchte sie lediglich auf die passende Gelegenheit zu warten um ihm zu entkommen. Doch so steht ihnen eine abenteuerliche Reise mit ungewissem Ende bevor, bei dem nicht nur die Fetzen, sondern vor allem auch die Funken fliegen. 


Dieser Roman ist die Fortsetzung zu 'Hin und ... weg von dir' 
Die Teile dieser Reihe sind in sich abgeschlossen, 
sollten aber nach Erscheinungsdatum gelesen werden, um Spoiler zu vermeiden. 
Anzahl der Printseiten: 316. 


Forrest Plaza Reihe: 
Hin und ... weg von dir 
Nah und ... doch so fern 
Liebe und ... was sonst noch zählt

Schnipselzeit:

Am nächsten Morgen war ich kaum erwacht, als ich daran erinnert wurde, was geschehen war. Jede noch so kleine Einzelheit der vergangenen Stunden hatte sich schonungslos in mein Gedächtnis gebrannt. Es war noch früh, früher als sonst, denn die Geräusche, welche durch das stets geöffnete Fenster hereindrangen, waren andere, als jene, die zwei Stunden später zu hören wären. Wie um mich vor der Realität zu drücken, hielt ich meine Augen fest geschlossen, bemüht, das Unvermeidliche noch ein wenig hinauszuzögern. 
Aber früher oder später müsste ich mir auch bei hellem Tageslicht eingestehen, dass ich mich von ihm hatte flachlegen lassen. Einfach so! Bei vollem Bewusstsein und erst recht aus eigenem Willen. Was war ich nur für ein rückratloses Stück. Verlogen!, so hatte er mich genannt und eigentlich hatte er damit ja sogar recht, allerdings auf eine andere Weise, als von ihm vermutet.  Auch wenn ich es mir selbst nicht ganz erklären konnte, war das doch zumindest ein schwacher Trost für mich. Wir hatten einander verdient. Und wir hatten innerhalb des Bettes einen Waffenstillstand geschlossen.
Ich hatte es so sehr gewollt. Oh ja – und wie ich gewollt hatte! Da brauchte ich mir nichts vorzumachen oder mich selbst zu belügen. Es war die bittere Wahrheit. Selbst jetzt – ich spürte jeden einzelnen Muskel, ohne mich überhaupt schon richtig bewegt zu haben – bewirkte die Erinnerung, dass sich ein unruhiges Flattern in meinen Eingeweiden niederließ und sich meine Nippel augenblicklich schmerzhaft zusammenzogen. Wieso er diese Wirkung auf mich ausübte, konnte ich nicht begreifen.
Er hatte sich wie der letzte Arsch benommen. Trotzdem hatte ich jede Minute mit ihm genossen. Meine einzige Erklärung war, dass ich einzig auf die Sprache meines Körpers gehört hatte, weil ich das mit ihm so sehr brauchte. Das Gehirn war dabei nicht von Belang, sondern setzte bekanntermaßen bei derartigen Gelegenheiten nicht selten komplett aus.
Genau das war übrigens der Grund, warum ich beschloss, mich nicht dafür zu schämen, mit ihm geschlafen zu haben. Das und die Worte – die einzigen Worte – die er in der ganzen Zeit zu mir gesagt hatte, und die mich mehr erschüttert hatten als alle anderen zuvor. Doch in den Stunden, in denen ich nachdenkend neben ihm lag, durchströmte mich irgendwann eine tiefe Dankbarkeit. Denn indem er mich eine Lügnerin nannte, lief ich nicht Gefahr, mehr in dieses Erlebnis hineinzuinterpretieren, als es letztendlich war: eine Bettgeschichte, nicht mehr und nicht weniger.
Genau dafür war ich ihm dankbar!



Liebe und ... was sonst noch zählt (Forrest Plaza Reihe 3) von [Beele, Louisa]

Zum Inhalt:

Nach einer durchfeierten Nacht wacht die angehende Modedesignerin Skylar Forrester 
im Apartment des Immobilienmoguls Colton Ferris auf – dem größten Widersacher ihres 
älteren Bruders in geschäftlichen Belangen. 
Schwer zu sagen, wer von ihnen mehr überrascht ist, als sie sich plötzlich morgens 
gegenüberstehen. Beide vermuten, dass ein hinterhältiger Plan sie zusammengebracht hat, 
und begegnen sich daher mit allergrößtem Misstrauen, ständig darauf bedacht, 
nichts Falsches zu sagen, um nicht womöglich in eine Falle zu geraten. 
Oder war es tatsächlich nur ein dummer Zufall, der dafür sorgte, 
dass Skylar in Coltons Gästezimmer übernachtete? Um das herauszufinden, 
begeben sich beide in ein aufregendes Abenteuer. Nichts scheint wichtiger, 
als mehr über den jeweils anderen zu erfahren und das Geheimnis endlich aufzudecken. 
Dabei wird es immer schwerer, sich darauf zu besinnen, dass sie sich doch eigentlich vor 
dem anderen in Acht nehmen wollen, denn auf ganz und gar magische Art fühlen sie sich 
zunehmend zueinander hingezogen. 

Dritter Teil der Forrest Plaza Reihe 
Hin und ... weg von dir 
Nah und ... doch so fern 
Liebe und ... was sonst noch zählt 
Alle Teile können unabhängig voneinander gelesen werden.

Schnipselzeit:

Als ich mich endlich vor seiner Tür befinde, verharrt meine Hand in der Luft, noch bevor ich angeklopft habe. Zum letzten Schritt fehlt mir auf einmal offenbar der Mut.
Was mache ich hier eigentlich? Bin ich vollkommen verrückt geworden? Er könnte es falsch verstehen, dass ich mitten in der Nacht vor seinem Appartment stehe, in nichts als – ich sehe an mir hinunter – einer grauen Jogginghose und einer Bluse, vorrangig aus Spitze.
Ernsthaft? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Wieso ist es mir nicht früher aufgefallen, dass ich wie eine durchgeknallte Trulla durch die Stadt gefahren bin? Oh Gott! In der Eile habe ich mir einfach das nächstverfügbare Kleidungsstück gegriffen und übergestreift. Vor Scham bedecke ich mein flammendheißes Gesicht mit meiner Hand, obwohl mich augenblicklich niemand sehen kann. Vom Taxifahrer bin ich im Übrigen sehr enttäuscht, er hätte wenigstens einen leicht irritierten Eindruck machen können, als ich eingestiegen bin, dann wäre mir mein Fauxpas noch rechtzeitig klargeworden. Vielleicht.
Ich seufze schwer und überlege, was ich tun soll. Immer noch stehe ich direkt vor seiner Wohnungstür, an die ich jetzt mit Sicherheit nicht mehr klopfen werde. Gerade will ich mich abwenden und zum Aufzug gehen, da höre ich ein Geräusch. »Nein!«, entweicht mir, ohne dass ich es gewollt habe. »Bitte nicht!«
Einen Wimpernschlag später geht die Tür auf und ein ziemlich unbekleideter Colton Ferris sieht mich mit fragend hochgezogenen Augenbrauen neugierig an. Kann er nicht wie jeder andere normale Mensch auch um diese Zeit schlafen?
»Ist ja klar!«, fauche ich ihn an.
Die Brauen wandern noch ein paar Millimeter weiter nach oben. »Tut mir leid, wenn du … jemand anderen erwartet hast?!«
»Nein! Ich meine, eigentlich habe ich mich gerade umentschieden, aber ausgerechnet in dem Moment musstest du ja die Tür öffnen.«
»Ich hab ’ne Kamera installiert und dich deshalb schon vorher da stehen sehen. Doch da du dich nicht entschließen konntest, dich bemerkbar zu machen, dachte ich, ich komme dir ein bisschen entgegen.«
Geht es eigentlich noch schlimmer? Entsetzt und – was nicht allzu häufig vorkommt – sprachlos starre ich ihn an. Die Nummer ist gelaufen, erkenne ich. Ich stehe da wie eine absolute Idiotin. Der will mich garantiert nie mehr wiedersehen.
Mit nacktem und über alle Maßen beachtenswertem Oberkörper und in einer tief auf den Hüften sitzenden Pyjamahose steht er im Türrahmen. Einen Arm hat er lässig daran abgestützt. Meine Vermutung hat mich nicht getäuscht. Er ist wahnsinnig gut trainiert. Lange, ausgeprägte Muskeln und ein definierter Waschbrettbauch lassen ihn tatsächlich wie ein hochbezahltes Fotomodell aussehen. Die schmalen Hüften, welche die Hose nur knapp in Position halten, irritieren mich und immer wieder wandert mein Blick dorthin. Warum kann er nicht genau so bescheuert wirken wie ich? Aber nein, er muss ja vor mir stehen wie Adonis höchstpersönlich.
»Warst du … joggen?«, fragt er und betrachtet dabei meine Sporthose. »In einem … Club?«, erkundigt er sich weiter, als er seinen Blick an mir heraufwandern lässt und unverkennbar an der transparenten Bluse angekommen ist. Seiner Stimme ist es nicht anzumerken, aber in den Augen sehe ich es umso mehr: Er macht sich lustig über mich, was ich ihm noch nicht einmal verdenken kann.
»Na ja, es hat sich schon oft ausgezahlt, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Wer weiß, was diese Nacht noch bringt!« Ich schwitze und mein Gesicht glüht, aber ich sehe ihm fest und kampflustig in die Augen, bevor ich dann doch den Blick sinken lasse. Hoffentlich sieht er in meinen Worten keine Aufforderung, denke ich.
Colton ist barfuß und ich habe keine Ahnung warum, aber ganz plötzlich habe ich Schmetterlinge im Bauch. Die Vorstellung, dass ich zu den Wenigen gehöre, die ihn überhaupt in einem derartigen Aufzug gesehen haben, macht mich irgendwie an.
»Willst du reinkommen?«, fragt er nun und gibt den Weg frei, sodass ich an ihm vorbeigehen kann.
Unentschlossen kaue ich auf meiner Unterlippe herum.
»Komm schon!« Er deutet mit dem Kopf ins Innere der Wohnung. »Ich kann dir zumindest ein Taxi rufen, wenn du nur auf dem … Sprung bist.«
Drinnen stehen wir uns schweigend gegenüber. Ich zupfe nicht an meiner Bluse herum, obwohl ich weiß, dass sie nahezu durchsichtig ist, je nachdem wie das Licht ist, und ich außerdem keinen BH trage. Verdammt! Aber diese Blöße kann ich mir nicht geben – witziger Zusammenhang übrigens, in dieser Situation, nur leider ist mir so gar nicht nach Lachen zumute.
»Sieht so aus, als wärst du sehr eilig aufgebrochen. Also, was kann ich für dich tun? Gibt es ein Problem?«
Wiederholt muss ich mich dazu zwingen, meine Arme nicht vor der Brust zu verschränken, um ihm den Blick auf meinen sehr spärlich bekleideten Oberkörper zu verwehren. Stattdessen hebe ich nur abfällig meine Augenbraue, weil ich genau sehen kann, wie schwer es ihm fällt, nicht ständig dort hinzustarren. Ich fühle mich nackt und peinlich berührt, doch der Drang meine Würde zu bewahren, ist deutlich ausgeprägter. 
Lässig hebe ich meine Hand. »Nein, kein Problem, aber wir müssen dringend miteinander reden.«
»Müssen wir?« Seine Stimme ist angenehm und freundlich und er gibt mir ein Zeichen, ihm zu folgen. Die Sicht ist frei auf einen langen, makellosen und wirklich schönen Rücken. Darf man das so sagen über einen Mann? Aber mir fällt zu ihm nichts anderes ein als schön. Dieses Mal geht er nicht ins Arbeitszimmer, würde auch mehr als merkwürdig wirken, wenn er halb nackt hinter seinem wuchtigen Schreibtisch Platz nimmt und dabei seinen geschäftsmäßigen Blick aufsetzt, während ich, ebenfalls halb nackt, davor stehe.
Abrupt halte ich im Eingang zum Wohnzimmer inne und ein Stich fährt mir durch den ganzen Körper. Er hat eine Frau hier, ich kann sie riechen. Der schwere süße Duft verursacht mir sofort Übelkeit, überlagert fast den Sexgeruch, obwohl es nicht viel mehr als ein flüchtiger Hauch sein kann, der in der Luft schwebt.



Lieben und ... Lieben lassen (Forrest Plaza Reihe 4) von [Beele, Louisa]

Zum Inhalt:

Katie hat das geschafft, wovon viele nur träumen. Als Sängerin berühmt, jettet sie um die Welt, trifft die interessantesten Leute und kehrt in den luxuriösesten Hotels ein. Leider macht sie das alles nicht glücklich. Sie sehnt sich nach etwas anderem, ohne genau zu wissen, was das ist, und möchte aus dem Leben in der Öffentlichkeit ausbrechen. 
Die Gelegenheit dazu bietet sich, als sie wegen eines Schicksalsschlags in der Familie an den Ort zurückkehrt, von dem man sie vor langer Zeit vertrieben hatte. Eigentlich wollte sie nie wieder dorthin, denn Adam lebt in dieser Stadt. Bis heute ist er ihre einzige und unerfüllte Liebe und außerdem der Mann, dem sie einst das Jawort gab. Doch jetzt kann sie einer Begegnung nicht mehr aus dem Weg gehen und sieht sich mit Gefühlen konfrontiert, die sie jahrelang zu vergessen versucht hatte. Zwei Menschen, die so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht, können niemals zueinanderfinden. Oder? 


Schnipselzeit:

Eins 
Katie

Ratlos stand ich vor dem Spiegel und registrierte den zweifelnden, beinahe ungläubigen Blick, mit dem ich momentan mein Abbild betrachtete. Du willst ein mehrfach ausgezeichneter Superstar sein? Vorbild unzähliger Teenie-Mädchen? Pah! Das glaubst du doch selbst nicht.
Als besonders begeistert oder gar selbstbewusst konnte ich mich derzeit wirklich nicht bezeichnen. Das war doch alles Mist! Nicht nur, dass ich in letzter Zeit mein Tun immer öfter infrage stellte, auch optisch wäre hier einiges verbesserungswürdig gewesen. Meine ungeschminkten Augen sahen müde aus und auch die Wangen erschienen heute noch bleicher und eingefallener als sonst. Wenn ich so weitermachte, würde ich in spätestens zwei Jahren meine erste Schönheitsoperation brauchen. Schließlich macht man das doch so, wenn man up to date sein will, oder?
Stirnrunzelnd strich ich über meine braunen Haarsträhnen, die mir locker über die Schulter fielen und vom Schlaf noch zerzaust waren. Kein Wunder, schließlich war ich gerade erst aufgestanden. Zumindest brauchte ich sie noch nicht zu färben, weil sich unerwünschte weiße Fäden dazwischenmogelten. Allerdings war ich auch erst sechsundzwanzig, da blieb mir zum endgültigen Verfall hoffentlich noch ein bisschen Zeit.
Mittlerweile war es beinahe sechs Uhr abends, nicht die Zeit, zu der normale Leute den Tag beginnen, aber ich hatte am vergangenen Abend einen Auftritt mit insgesamt drei Zugaben gehabt und mich auch im Anschluss nicht gleich davonmachen können, ohne wenigstens mit einigen wichtigen Leuten einen oder zwei Drinks zu nehmen. Das hatte Rachel, meine Managerin, mir empfohlen. In den letzten Jahren hatte Rachel meist recht behalten, also richtete ich mich – nicht immer, aber sehr oft – nach ihren Ratschlägen. Allein aus Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand. Diese Frau schien ständig kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen, und ich war davon überzeugt, dass man den Herzschlag einer Maus von ihrem nicht unterscheiden könnte, weil sie immer auf hundertachtzig war. Aber ich schätzte sie. Sie verstand ihren Job und deshalb war ich froh, dass ich sie hatte.

Wenn ich ehrlich sein sollte, verspürte ich keine große Lust, heute schon wieder auszugehen, aber ich hatte es meiner Freundin Andrea versprochen. Nach fast zwei Monaten würden wir uns das erste Mal treffen. Wir beide hatten uns auf diesen Abend seit Langem gefreut. Wie gemein käme ich mir vor, so kurzfristig abzusagen? Das konnte ich ihr nicht antun, sonst würde sie mir zu Recht nach all den Jahren unsere Freundschaft kündigen.
So rücksichtsvoll war ich nicht immer, überlegte ich, während ich wahllos Klamotten aus meinem Ankleideraum holte und auf das King-Size-Bett schmiss. Im Gegenteil, ich konnte ganz schön selbstsüchtig sein, wenn ich wollte oder wenn mir etwas nicht in den Kram passte. Manche würden es wohl Starallüren nennen, ich jedoch wusste, dass ich schon immer so gewesen war. Die Meinung anderer Leute kümmerte mich nur in den seltensten Fällen. Mein ganzes Leben lang hatte ich vorrangig das getan, was ich wollte und mir selten von jemandem dazwischenreden lassen. Das mochte zum einen daran liegen, dass ich schon sehr früh auf mich alleingestellt gewesen war, zum anderen glaubte ich fest daran, diese Eigenschaft von meiner Mutter geerbt zu haben, die ebenfalls immer ganz genau gewusst hatte, was sie wollte. Das hatte ich aus Erzählungen meiner Großmutter erfahren, die es nicht müde geworden war, die Geschichte immer wieder zum Besten zu geben, wie sich Mama gegen den Willen ihrer Eltern mit ihrer großen Liebe – meinem Dad – davongemacht hatte, um ihn zu heiraten. Das war wirklich romantisch und verschaffte mir die Gewissheit, dass die beiden sich sehr geliebt haben mussten.
Meine Mutter hatte ich bereits im Alter von fünf Jahren nach einer kurzen schweren Krankheit verloren. Was mir dabei am meisten zu schaffen machte, war, dass die Erinnerungen an sie mittlerweile beinahe vollkommen verblasst waren und ich nur dank ihres Fotoalbums wusste, wie sie ausgesehen hatte. Die Erzählungen meiner Granny saugte ich deshalb immer auf wie ein Schwamm. Mein Vater hatte sich von dem Verlust nicht erholt und war nie wieder zu dem Dad geworden, den ich vorher gekannt hatte. Aber das war eine andere Geschichte.
Tief seufzte ich. Es hatte keinen Sinn, an alten, womöglich glücklichen Zeiten festzuhalten, in denen ich noch Teil einer intakten Familie gewesen war. Meine Großmutter hatte bis zu ihrem Tod vor sechs Jahren ihr Bestes gegeben, um mir ein Heim zu bieten und eine anständige Erziehung zukommen zu lassen. Sie war im Übrigen stets darüber im Unklaren geblieben, dass ich dennoch meist gemacht hatte, was ich wollte. Ob ich nun mitten in der Nacht einfach durch das Fenster im ersten Stock getürmt war oder bereits mit fünfzehn meinen ersten Vollrausch zu verzeichnen gehabt hatte. Von alledem hatte sie bis zu ihrem Tod nie das Geringste gewusst, und ich ihr Vertrauen in mich bis zum Letzten ausgereizt. Allerdings war es auch nur einem dieser unerlaubten Alleingänge zu verdanken, dass man mich letztendlich als Sängerin entdeckt hatte, obwohl ich mich immer noch fragte, wie gut Karaoke nach drei doppelten Wodkas überhaupt klingen konnte. Für die Herren von der Plattenfirma anscheinend gut genug, denn sie hatten mir ihre Visitenkarte zugesteckt und mich zu einem Gespräch eingeladen. Zwei Wochen später hatte ich einen Plattenvertrag in der Tasche gehabt.
Noch heute klang das selbst in meinen Ohren wie ein Traum, und ich hatte oft das Gefühl, das alles gar nicht verdient zu haben. Daher versuchte ich stets, noch viel mehr zu geben und immer besser zu werden. Es war, als müsste ich mir etwas beweisen, und ganz ehrlich, die Anerkennung und die Liebe meiner Fans waren etwas, das ich wie die Luft zum Atmen brauchte. Zusammen mit der Musik machten sie meinen Lebensinhalt aus. Manchmal fragte ich mich allerdings, ob meine Mutter und meine Großmutter stolz auf das wären, was ich erreicht hatte und was aus mir geworden war. Im Laufe der Jahre fand ich mich irgendwann damit ab, dass es zumindest meinen Vater nicht im Geringsten interessierte. Das war eine harte Lehre, aber vermutlich hatte gerade diese mich stärker gemacht.

Ohne groß nachzudenken, zwängte ich mich in eine schwarze Röhrenjeans und ein gleichfarbiges Top. Meine Lieblingsfarbe! Da ich privat unterwegs sein würde, genoss ich die Freiheit, einfach mit geschlossenen Augen irgendwas halbwegs Tragbares greifen zu können. Und das waren bei mir hauptsächlich schwarze Kleidungsstücke. Nur bei den Schuhen nahm ich es genauer und wählte ein bestimmtes Paar. Zwar ebenfalls schwarz, aber außerdem sehr hoch und von Prada. Von diesen und ähnlichen Modellen waren unzählige vorhanden, denn seit letztem Jahr war ich das Gesicht dieser Marke und sah mir tagtäglich von meterhohen Werbeplakaten und diversen Bussen der Stadt – in genau diesen Schuhen – entgegen. Immer noch wunderte ich mich von Zeit zu Zeit darüber, dass ich nicht nur Schuhe bekam, die bis an mein Lebensende reichen würden, sondern auch noch horrende Summen auf mein Konto überwiesen wurden, die ich niemals würde ausgeben können. Und das nur, weil ich diese Pumps trug. Ich mochte die Bezeichnung nicht, doch wahrscheinlich behaupteten die Medien zu Recht, ich sei ein weltberühmter Popstar.



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Zum Inhalt:

Dylan Moore ist ein Selfmade-Millionär, der weiß, was er will. Doch als er seine Frau durch tragische Umstände verliert, bricht seine Welt zusammen. Völlig ahnungslos, wie er den Alltag mit seinen beiden Kindern regeln soll, engagiert er eine Nanny und gerät dabei an Brenda, die ihn von Anfang an in den Wahnsinn treibt. Bald schon erkennt er, dass er mehr als nur ein bisschen fasziniert von der blonden Schönheit ist. Und obwohl er ahnt, dass sie ihm etwas verheimlicht, kann er sich nicht von ihr fernhalten. Doch auch er hat ein Geheimnis, das er auf keinen Fall preisgeben will, und so beginnt ein Spiel, das sie beide bald nicht mehr kontrollieren können. Dies ist der erste, in sich abgeschlossene Teil der Moments of Destiny – Reihe.

Schnipselzeit:

Ms Trotzig und ihre vollen sexy Lippen waren mir die ganze Nacht nicht aus dem Kopf gegangen, deshalb konnte ich allein ihr die Schuld dafür zuschreiben, dass ich kaum ein Auge zugemacht hatte und nun schlecht gelaunt in meinem Büro saß.
Das fing ja schon gut an! Schlaflose Nächte wegen einer Frau kannte ich nicht, wenn man von denen absah, in denen ich vor Sorge um Nora beinahe umgekommen wäre. Aber wieso beschäftigte mich das kleine Ding so sehr? Ich würde deutlicher zum Ausdruck bringen müssen, was ich mir unter einer Nanny vorstellte, und sie außerdem wissen lassen, dass ihr vorlautes Mundwerk absolut inakzeptabel war. Das war das ganze Problem. Keiner meiner anderen Angestellten hätte es gewagt, mir auch nur im Geringsten zu widersprechen.
Die Bürotür ging auf und herein stürmte Gary.
»Was willst du denn schon hier?«, wollte ich genervt wissen. »Hast du nichts zu tun?«
Ohne zu fragen ließ mein guter Freund sich in den Sessel fallen. Er trug Sportkleidung, deshalb kam der nächste Satz nicht besonders überraschend.
»Bin auf dem Weg zum Gym.« Er ließ die Muskeln spielen und ich verdrehte die Augen.
Es gab nur sehr wenige Menschen in meinem Bekanntenkreis, die derart auf ihr Aussehen und ihre körperliche Fitness fixiert waren wie er. Sport nahm in seinem Leben einen sehr wichtigen Stellenwert ein. Ich kannte ihn jetzt schon seit etlichen Jahren und war mir sicher, dass er niemals eine Frau über seinen Sport und vor allem sein Fitnesscenter stellen würde. Solange wir befreundet waren, hatte er nie eine feste Beziehung gehabt. Nur One-Night-Stands, vielleicht auch mal Two-Night-Stands. Darüber hinaus hatte ich nie eine Frau an seiner Seite gesehen. 
Zwar war mir mein Aussehen auch sehr wichtig und ich trieb ebenfalls regelmäßig Sport, wenn es meine Zeit erlaubte, doch nie wäre ich auf die Idee gekommen, andere Termine deshalb hintenan zu stellen. Ganz anders als Gary. Ich hatte das seltsame Gefühl, sein Auftauchen hatte genau damit etwas zu tun, und mein Verdacht wurde auch sofort bestätigt.
»Wie sieht es aus, Alter? Du solltest dich dort auch mal wieder blicken lassen, oder findest du deinen Mitgliedsausweis nicht mehr?«
»Soll das witzig sein?« 
»Da ist wohl jemand mit dem falschen Bein aufgestanden. Oder wurdest du geärgert?« Er beugte sich vor und grinste mich an. »Ein Grund mehr, dich mal wieder richtig auszupowern. Wie sieht es heute Abend aus? Schon was vor? Wenn ja, dann cancel das und komm vorbei.«
»Ich denke, du gehst jetzt ins Gym«, maulte ich.
»Klar«, lachte Gary auf. »Ich gehe jetzt, aber auch heute Abend.« Er schlug sich mit der flachen Hand auf den Bauch. »Hab am Wochenende ein bisschen viel gegessen, das muss wieder runter.«
Wo blieb nur mein Kaffee? Ich musste dringend mit Ruth reden. Die erste Amtshandlung an jedem Morgen war mein Kaffee, und der hatte nicht hier gestanden, als ich hereingekommen war. In diesem Moment betrat sie mein Büro und stellte die Tasse vor mich hin. Allerdings hielt sie es nicht einmal für nötig, sich für die Verspätung zu entschuldigen. Ärgerlich runzelte ich die Brauen, was sie aber gar nicht merkte, weil sie gerade meinem Freund ihre Aufmerksamkeit schenkte.
»Mr Washington, schön Sie mal wieder zu sehen. Darf es auch ein Tasse Kaffee sein?«
»Er geht gleich wieder«, antwortete ich an seiner Stelle, und Gary schien amüsiert, nickte meiner Sekretärin aber zu.
Nachdem Ruth ihm noch kurz die Hand auf die Schulter gelegt hatte, verschwand sie wieder. Das war doch unglaublich.
»Bist du nur deshalb hier? Um mich zum Sport zu animieren? Dann kannst du gleich wieder gehen. In den nächsten Tagen werde ich dafür keine Zeit haben. Seit gestern habe ich eine neue Nanny, und auf die muss ich erst mal ein Auge haben.«
Er nickte vielsagend. »Ja, Matt erzählte mir schon von ihr. Sie muss ja ein heißes Geschoss sein. Kein Wunder, dass du sie nicht aus den Augen lassen willst.« Vielsagend hob er die Augenbrauen. 
»Matt sollte sich viel mehr um seine Angelegenheiten kümmern«, knurrte ich. »Unfassbar, dass er dir direkt davon erzählt hat.«
»Hey, unter Freunden macht man das so. Aber keine Angst, ich werde dir nicht dazwischenfunken.« Erneut lachte er auf. »Du weißt, dass du nicht die geringste Chance hättest, wenn ich erst mal meine Fühler ausstrecken würde.« 
»Was du aber schön bleiben lässt.« Mit verengten Augen betrachtete ich meinen Freund.
»Selbstredend«, stimmte Gary nickend zu. »Ich funke einem Kumpel in Frauengeschichten nicht dazwischen.«
Plötzlich wurde meine Bürotür ein weiteres Mal geöffnet und Matt kam herein.
»Sagt mal, ihr beiden, ist das hier der Bahnhof?«, wollte ich säuerlich wissen. »Kommt noch jemand, oder war es das jetzt?«
»Gary!« Die beiden schlugen ein, dann wandte sich Matt an mich. »Zufall! Ich hatte keine Ahnung, dass er hier ist. Aber freut mich umso mehr.«
»Müsst ihr eigentlich irgendwann auch mal arbeiten?«, unterbrach ich die liebevolle, aber nervige Begrüßung meiner Freunde. Gleichzeitig öffnete sich meine Tür zum wiederholten Male und herein kam keine andere als meine Sekretärin, die den beiden Kaffee reichte. Darüber konnte ich nur den Kopf schütteln. Keiner ging auf meine Äußerung ein, sodass ich mich direkt an Matt wandte. »Also, was willst du hier?«
»Ich bin ganz ehrlich.« Er nahm einen Schluck von seinem Getränk und lehnte sich im Stuhl zurück. »Ich war neugierig, wie der Abend mit Miss Young gestern noch so gelaufen ist.«
»Warum seid ihr alle an meiner Nanny interessiert?« Mir passte es überhaupt nicht, dass sie bezüglich Brenda so neugierig waren. »Schafft euch eine eigene Familie an und stellt eine ein. Dann müsst ihr mich nicht ständig wegen meiner nerven.«
»An einer Nanny bin ich weniger interessiert«, schmunzelte Matt. Mit seiner Scheißart provozierte er mich. Und der Dreckssack wusste das auch nur zu gut. »Ich kann dir nur noch mal sagen: Wenn du einverstanden bist, würde ich mich ganz sicher sehr gut um sie kümmern.«
»Verdammt noch mal, ihr lasst beide die Finger von ihr«, maulte ich. »Was ist los mit euch? Ist der Notstand eingetreten? Keine andere Frau verfügbar? Ich erinnere euch daran: Ihr sprecht von der Frau, die sich um meine Kinder kümmert, und nicht über eine Kleine, die ihr in einer Bar angesprochen habt. Habe ich mich jetzt klar ausgedrückt? Ich kann es aber gerne auch noch einmal etwas deutlicher sagen: Wer sie anrührt, kriegt eins aufs Maul!«


Na meine Lieben was sagt ihr zu diesen fantastischen Büchern?
Liebe Grüße und einen herrlichen Nachmittag,
ich verabschiede mich hiermit in einen Wochenendtripp :)


1 Kommentar:

  1. boah... wie ich Schnipsel.... grummel...brummel.... nuschel.... mich wieder davonschleich..... (-;

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